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Donnerstag, 18. Juni 2009

Nach den traurigen Vorfällen in Glengad Ende April stellten sich die beiden Minister Ryan und O Cuív am 01. Mai 2009 erneut der Gemeinde von Mayo zu einer hitzigen Gesprächsrunde in Inver, an der über 300 Menschen teilnahmen.

Besonders Mr. Ryan wurde offen angegriffen, da er - in seiner Funktion als Führer der Grünen Partei - das Corrib Projekt ablehnte, bevor er seinen Platz in der Regierung einnahm. „Was hat sich seitdem verändert?“, so Willie Corduff von den Rossport 5.
Während und nach der Gespräche hielten sich die Minister mit konkreten Aussagen zurück und appellierten an alle beteiligten Parteien, sich bei künftigen Aktionen an das Gesetz zu halten, um weitere Konflikte zu vermeiden. Mr. O Cuív erwiderte nur, dass das Projekt auf legale Weise nicht zu stoppen sei. Immerhin bemerkte er scharfsichtig, dass es das schwerwiegendste Problem mit den weitreichendsten Meinungsverschiedenheiten sei, das er je erlebt habe.


Zumindest wurde der Beschwerdestellen-Ausschuss der Polizei sowie die Aufsichtsbehörde für private Sicherheitsfirmen mit der Überprüfung der Vorfälle beauftragt, nachdem die irische Polizei bisher zwar das Eindringen von mehreren Personen auf das Shell-Gelände - bei dem anscheinend ein Bagger beschädigt sowie Sicherheitspersonal vom IRM-S eingeschüchtert und verletzt wurde - nicht jedoch das Attentat auf Willie Corduff eingehend untersucht. Die Polizei nahm hierzu keine Stellung und erklärte auf Befragung lediglich, dass Mr. Corduff aufgrund der Tatsache, dass er „sich nicht wohl fühlte“, vorübergehend ins Krankenhaus gebracht wurde.
Die vier Kommunalgruppen von Erris, Pobal Lé Cheíle, Pobal Chill Chomain, Shell-To-Sea und das Solidarity Camp erklärten in einer Pressemitteilung, dass die Gemeinde von Mayo nun endgültig das Vertrauen in die Garda verloren hätte, an die Probleme der Region offen und unvoreingenommen heranzugehen. Sie forderten von Justizminister Dermot Ahern eine international beaufsichtige Untersuchung der Angelegenheit.
Ein Teilnehmer der Gespräche traf den Nagel auf den Kopf: „Über Jahrzehnte reichten problemlos zwei oder drei Polizisten aus, diese Gegend zu überwachen. Heute können sie 300 nicht kontrollieren.“

Der ehemalige Stellvertretende Generalsekretär der Vereinten Nationen, Dennis Halliday, erklärte, dass die jüngsten Entwicklungen um das Corrib-Projekt Zweifel an der Fähigkeit und am Engagement der irischen Regierung hinsichtlich einer Lösungsfindung aufkommen lassen, die den Interessen der Bevölkerung gerecht wird.
Andy Wilson, ein unabhängiger Kandidat für den Gemeinderat von Mayo, zeigte sich besorgt über die Menschenrechtslage und die Aushölungserscheinungen der Demokratie in seiner Region.
Mehr als 20 Gewinner des Goldman International Environmental Award aus aller Welt zeigten sich solidarisch mit Mr. Corduff und verliehen ihrer Besorgnis über die humanitäre Lage in Westirland in einem offenen Brief an die Regierungen von Irland und Norwegen Ausdruck mit der Forderung, sie sollen unverzüglich einschreiten und dieser Farce ein Ende machen.

Die lokale Bevölkerung von Mayo reagierte mit einer Protestaktion, indem sie einmal mehr die kontroversen Netze am Kliff in Glengad abmontierten und der Polizei am Eingang des Shell-Geländes übergaben, ein Sport der sich dort immer größerer Beliebtheit erfreut.

Unabhängig davon hat ein Ratsmitglied der Republikanischen Partei Fianna Fail, Mr. Tim Quinn, Shell dazu aufgerufen, ein Zeichen zu setzen und das Rohgas aus Corrib in einer vorgeschalteten Raffinerie in Glinsk reinigen zu lassen, bevor es zur Weiterverarbeitung nach Bellanaboy im Inland geleitet werde. Dies wäre somit ein Kompromiss zum bisherigen Vorschlag der Corrib-Gegner eines Alternativ-Standortes in Glinsk.